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Boxberg. Dieser Tage gab das Tourneetheater „Ensemble Radiks“ in der Aula des Schulzentrums in Boxberg ein Gastspiel: Fake oder „War doch nur Spaß“, von Karl Koch. Die Sozialpädagogin Yvonne Muenich organisierte den Auftritt der Berliner Schauspieler für die Mittelstufenschüler der Haupt- und Realschule. Die Fördervereine beider Schulen unterstützten diese etwas andere Form des Lernens finanziell. |
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Die siebzehnjährige Lea träumt davon, Sängerin zu werden. Als sie schließlich in eine Casting-Agentur aufgenommen wird, weckt das den Neid einiger MitschülerInnen, Erste Sticheleien und Ausgrenzungen beginnen, und schließlich weiten sich Mobbing-Attacken auch auf diverse Netzwerk-Portale, unter anderem Facebook und Schüler-VZ, aus. Was als „kleine Rache“ begann, nimmt nun Ausmaße an, die keiner der „Rächer“ vorausgesehen hat. Lea wehrt sich zunächst gegen die Kommentare und Lügen, sie schreibt auch einen Rap-Song gegen die Mobber, den sie online stellt, allerdings mit sehr negativem Erfolg. Einige Lehrer beschäftigen sich nun auch mit den Mobbing-Attacken gegen Lea, doch mittlerweile sind die Auseinandersetzungen nicht mehr nur innerschulisch zu klären, vor allem, nachdem ein Video online gestellt wurde, das Lea betrunken in einer Toilette zeigt. Lea zieht sich zurück, geht nicht mehr in die Schule. Ihr alleinerziehender Vater ist mit der Situation überfordert, und als sie ihm schließlich auch erzählt, dass sie schwanger ist, kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden, in deren Folge Lea Zuflucht in einem Wohnheim für junge Mütter sucht und findet. |
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Spielszenen und Kommentare der Figuren als auch Darsteller bestimmen den Rhythmus des Stückes. Lea, die Protagonistin der Geschichte, führt uns in ihre Welt, die bestimmt ist von dem Traum, berühmt zu sein. Auch andere Figuren sind an der Geschichte beteiligt: ein Caster, Leas alleinerziehender Vater, Nadine – Leas vermeintlich beste Freundin, ein Freund Leas und Computerfreak, Lehrer, die in dem Mobbingfall schlichten wollen, und schließlich einer der aktiven Mobber gegen Lea.
Teil des Spielkonzeptes ist es im Anschluss an die letzte Spielszene mit dem Publikum in eine Nachbereitung bzw. ein erstes Gespräch überzuleiten. So konnten die Schüler ihre Eindrücke wiedergeben und Fragen stellen.
Viel sei in das Stück hineingepackt, meinten etliche Neuntklässler. Auch so manches Klischee wurde bedient, bekannten andere. Und ja, es gab: Cyber-Mobbing und die persönlichen und rechtlichen Folgen von Beleidigungen, Bedrohungen und sexueller Belästigung über das Internet. Die Unterhaltungsindustrie wird kritisiert, Castinggmethoden und derzeitige jugendliche Erlebniskultur, Umgang mit und in sozialen Netzwerken, Datenmissbrauch.
Aber es gab auch spannende Stille, befreiendes Lachen, distanziertes und aktives Mitempfinden, auch persönliche Verunsicherung und freundlichen Beifall des Publikums und die Aussage eines Schülers: „Ein sehr aktuelles Thema, das die Darsteller uns gut vermittelt haben.“ Fazit: Ein lehrreicher Unterrichtsvormittag.
Roland Wiesner |